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Gesetze und Regeln

Geschmacksverbot für E-Liquids? Was der neue Gesetzentwurf bedeuten könnte

In Deutschland liegt derzeit ein Gesetzentwurf zur Änderung der Tabakerzeugnisverordnung vor, der möglicherweise weitreichende Folgen für E-Zigaretten und E-Liquids haben wird.
Dabei handelt es sich ausdrücklich um einen Referentenentwurf.
Die Regelung ist noch nicht endgültig beschlossen, doch der Inhalt ist so konkret, dass bereits jetzt klar wird:
Sollte der Entwurf in dieser Form umgesetzt werden, könnte sich der Markt grundlegend verändern.
Schnell zu einem thema?

Worum geht es in dem Gesetzentwurf?

Der Entwurf sieht ein Verbot von 13 bestimmten Stoffen vor, die in E-Zigaretten und Nachfüllflüssigkeiten (E-Liquids) verwendet werden.
Formell handelt es sich nicht um ein allgemeines Geschmacks- oder Aromaverbot.
In der Praxis betrifft die Liste jedoch Stoffe, die in nahezu allen modernen E-Liquids eine zentrale Rolle spielen.
Diese Additive werden unter anderem eingesetzt für:
  • fruchtige Geschmacksrichtungen
  • süße Liquids
  • frische Akzente
  • Menthol-, Mint- und Ice-Profile
Wird die Liste unverändert eingeführt, könnten die meisten heute erhältlichen E-Liquids in ihrer aktuellen Form nicht mehr verkauft werden.

Warum wären fast alle E-Liquids betroffen?

Entscheidend ist nicht die Anzahl der Stoffe, sondern ihre funktionale Bedeutung innerhalb eines Rezepts.
Viele der genannten Substanzen sorgen für:
  • Geschmacksbalance
  • Abrundung und Süße
  • Frische ohne Schärfe
  • Wiedererkennbarkeit eines Aromas
Ohne diese Bestandteile bleibt oft nur ein flacher, wenig ausgeprägter Grundgeschmack.
Zwar sind Reformulierungen theoretisch möglich, sie führen jedoch häufig zu deutlich anderen Geschmackserlebnissen oder zu Produkten, die wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll herzustellen sind.
Auch wenn der Entwurf juristisch kein vollständiges Geschmacksverbot darstellt, könnte die praktische Wirkung dem Verschwinden eines Großteils des bisherigen E-Liquid-Sortiments gleichkommen.

Warum genau diese Stoffe?

Zur Begründung verweist das Bundesministerium auf Bewertungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR).
Dabei ist eine differenzierte Betrachtung wichtig:
  • Das BfR kommt zu dem Schluss, dass bei mehreren Stoffen mögliche Gesundheitsrisiken nicht ausgeschlossen werden können.
  • Ein Teil der vorliegenden Daten basiert auf Tierstudien und Expositionsmodellen.
  • Für viele verwendete Kühlstoffe liegen kaum spezifische Inhalationstoxizitätsdaten vor.
  • Das BfR weist selbst darauf hin, dass die wissenschaftliche Datenlage zur Inhalation begrenzt ist und weiterer Forschungsbedarf besteht.
Das geplante Verbot ist daher vorsorglich motiviert. Es beruht nicht auf gesicherten Beweisen für konkrete Schäden beim Dampfen, sondern auf bestehenden Unsicherheiten bei langfristiger Inhalation.

Was bedeutet das für dich als Kunde?

Sollte der Gesetzentwurf weitgehend unverändert umgesetzt werden, wären die Auswirkungen für Dampfer deutlich spürbar.
Mögliche Folgen sind:
  • Ein Großteil der aktuellen E-Liquids würde verschwinden oder sich stark verändern
  • Besonders Nicht-Tabak-Aromen wären massiv betroffen
  • Neue Produkte könnten anders schmecken als gewohnt
  • Das verfügbare Sortiment würde deutlich kleiner
Es geht dabei nicht um einzelne Geschmacksrichtungen, sondern um eine grundlegende Veränderung des Marktes.

Einige E-Liquids und Pods sind bereits stark reduziert und auf der Seite Ausverkauf zu finden

Werden E-Liquids sofort verboten?

Nein.
Solange der Gesetzentwurf nicht offiziell verabschiedet und veröffentlicht ist, bleiben alle Produkte weiterhin legal erhältlich.
Der Entwurf sieht jedoch vor, dass die Regelung sechs Monate nach Veröffentlichung in Kraft tritt.
Nach einer endgültigen Entscheidung würde also eine Übergangsphase beginnen, in der sich das Angebot spürbar verändern kann.

Was bedeutet das für dein Lieblings-Liquid?

Das lässt sich aktuell noch nicht im Detail sagen. Realistisch ist jedoch:
  • Viele bestehende Liquids wären in ihrer jetzigen Zusammensetzung nicht mehr zulässig
  • Reformulierungen führen häufig zu deutlich veränderten Geschmacksprofilen
  • Einige Produkte könnten vollständig vom Markt verschwinden
  • Klassische Tabakaromen und sehr einfache Profile gelten als vergleichsweise weniger betroffen, jedoch ohne Garantie
Wir verfolgen die weitere Entwicklung sehr genau und informieren dich, sobald es konkrete Änderungen gibt.

FAQ

Ist das Geschmacksverbot bereits beschlossen?

Nein. Es handelt sich um einen Gesetzentwurf. Änderungen sind weiterhin möglich.

Gilt das auch für nikotinfreie E-Liquids?

Ja. Der Entwurf bezieht sich auf Inhaltsstoffe, unabhängig vom Nikotingehalt.

Wann könnte die Regelung in Kraft treten?

Laut Entwurf sechs Monate nach offizieller Veröffentlichung.

Ist das ein vollständiges Geschmacksverbot?

Formal nein. In der Praxis könnte die Wirkung jedoch dem Wegfall eines Großteils der bisherigen Geschmacksvielfalt entsprechen.

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